2007 wird ein »britisches« Jahr in Potsdam Sanssouci, denn wir laden ein zu einem musikalischen Ausflug in das Reich der englischen Königinnen und Könige, zu einer Reise, die Bekanntes wie selten zu Hörendes präsentieren wird. Die aus einer gewachsenen starken Tradition resultierende Vielfalt der heutigen Musikkultur Großbritanniens spiegelt sich in der Breite und Varianz der Interpreten und ihrer Programme im Festspielprogramm wider: Stars der Alten Musik, herausragende Interpreten der Moderne, Trendsetter und Newcomer ebenso wie bekannte Protagonisten der britischen Jazzszene sind eingeladen. Die spannende Klangreise vollzieht mit ihnen einen großen zeitlichen Bogen durch die Jahrhunderte: Von der Musik aus den ersten überlieferten englischen Notenhandschriften über Masque-Musiken des 17. Jahrhunderts, den Kompositionen eines Georg Friedrich Händel und barocken englischen Opern bis hin zu Folksongs und den Werken der »English musical renaissance«. Aber das Spektrum reicht weiter – volksmusikinspirierte Improvisationen, traditionsbezogene Avantgardemusik, Filmmusik und Jazz finden sich ebenfalls im Programm. Allen gemein: Modernität und Vorwärtsweisendes war und ist Kennzeichen der britischen Musikkultur.
Wir freuen uns, 2007 u. a. folgende Künstler präsentieren zu können: Der Monteverdi Choir und The English Baroque Soloists unter Sir John Eliot Gardiner sowie The Sixteen unter Leitung von Harry Christophers gehören zu den weltweit bekannten Interpreten der Alten Musik aus England. Eingeladen haben wir zudem The King's Singers, den herausragenden Cellisten Steven Isserlis sowie das großartige Belcea Quartet. Evelyn Tubb in Begleitung von Anthony Rooley singt »Mad Songs« aus der Zeit John Dowlands, während Musiker der Kammerakademie Potsdam mit Kelvin Thomas u. a. die »Eight Songs for a Mad King« von Peter Maxwell Davies als modernes Pendant dazu zur Aufführung bringen. Les Witches präsentieren ein musikalisch-kulinarisches Event, und Concerto Caledonia verspricht eine temperamentvolle Begegnung mit schottischer Barockmusik. Das Ensemble Concordia und Robin Blaze haben Lachrimae-Vertonungen des 17. und 21. Jahrhunderts im Programm, während Elizabeth Kenny mit The Masque Project und Solisten wie Sophie Daneman, William Purefoy, James Gilchrist und Roderick Williams Masque-Musiken des 17. Jahrhunderts zu Gehör bringen wird. Nicht weniger interessant sind die Bearbeitungen von schottischen und walisischen Folksongs von Haydn, Beethoven u. a. im Auftrag von George Thomson, interpretiert von Lorna Anderson und dem Haydn-Trio Eisenstadt. The Choir of Clare College (Cambridge), heute einer der besten (Universitäts-)Chöre weltweit, erinnert mit seinem Konzert an die reiche, ungebrochene Chormusiktradition Englands.
Opernfreunde können sich auf zwei Produktionen im historischen Schlosstheater des Neuen Palais von Sanssouci freuen, die als internationale Koproduktionen auch in diesem Jahr wichtige Höhepunkte im Festspielprogramm darstellen: John Frederick Lampes »The Dragon of Wantley«, eine »Burlesque Opera«, wird in einer gemeinsamen Produktion mit der Opera Restor'd London unter Leitung von Gary Cooper mit der Akademie für Alte Musik Berlin aufgeführt. Henry Purcells Semi-Opera »King Arthur« mit der Lautten Compagney Berlin unter Wolfgang Katschner ist eine gemeinsame Produktion mit den Händel-Festspielen Halle, dem Goethe-Theater Bad Lauchstädt, den Festwochen Herrenhausen, dem Festival Bayreuther Barock, dem Festival Kissinger Winterzauber und dem Theatre Royal Bury St. Edmunds.
Mit »Jazz in the Garden«, dem exklusiven Konzertereignis im Neuen Garten, das nicht nur zum Hören und Sehen, sondern auch zum Wandeln und kulinarischen Genießen einlädt, entführen die Festspiele ihre Gäste in den Neuen Garten von Potsdam: Britische und deutsche Künstler präsentieren im stimmungsvoll illuminierten Park Jazz in seiner ganzen Vielfalt. Mit dabei sind: The BIG Chris Barber Band, Tim Garland’s Lighthouse Trio und das Kathleen Willison Trio sowie Jazzsolisten des Deutschen Filmorchesters Babelsberg.
In den beliebten Openair-Konzerten mit barockem Feuerwerk im Park Sanssouci wird, gespielt von der Kammerakademie Potsdam unter Leitung von Paul Goodwin, englische Barockmusik u. a. von Händel, Arne und Boyce zu hören sein. Das Abschlusskonzert mit Deborah Hawksley als Solistin und dem Deutschen Filmorchester Babelsberg unter Scott Lawton ist mit »Pomp and Circumstance«, »Rule Britannia« u. a. bekannten Werken quasi eine »Last Night of the Proms« in Sanssouci.
Eines wird diese musikalische Reise sicher erweisen: Großbritannien war schon seit dem Mittelalter Schauplatz einer reichen Musikpflege, regen Kompositionstätigkeit und Ort intensiver musikalischer Förderung. Einen weiten klingenden Bogen durch die Jahrhunderte zu spannen, ist daher das Anliegen der Musikfestspiele Potsdam Sanssouci für 2007.
Freuen Sie sich auf vielfältige Begegnungen, spannende Entdeckungen und musikalischen Genuss mit der »Musica Britannica«.